Holz ist ein „hygroskopisches Material“, das sich ständig seinem Umgebungsklima anpasst, indem es Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Dieser Vorgang führt zum sogenannten Quellen und Schwinden. Das Problem dabei: Holz schwindet in der Breite („tangential“ zur Jahresringrichtung) etwa doppelt so stark wie in der Dicke („radial“). Durch dieses ungleiche Schwindmaß entstehen enorme Spannungen (Schwindzugkräfte) im Material. Überschreiten diese Kräfte die innere Festigkeit des Holzes, platzt das Gewebe auf und es entstehen Risse.
Besonders an heißen Sommertagen nach einem Regenschauer zeigt sich dieses Phänomen: Die Oberfläche trocknet in der prallen Sonne extrem schnell aus und schwindet, während der Kern der Diele noch feucht ist. So entstehen feine Oberflächenrisse. Da die Brettenden noch rascher austrocknen, kommt es dort häufig zu tieferen Hirnrissen.
Worauf es bei der Auswahl und Pflege ankommt:
Achten Sie beim Kauf auf technisch getrocknetes Holz (KD), da hier die spätere Ausgleichsfeuchte bereits im Vorfeld schonend erreicht wurde, was die spätere Rissbildung erheblich minimiert. Dichtfaserige Harthölzer aus der Dauerhaftigkeitsklasse 1 (z. B. Cumaru, Ipé) bringen holzeigene, ätherische Öle mit, die sie robuster machen. Dennoch ist regelmäßiges Einölen essenziell: Ein gutes Terrassenöl hält die Holzfasern geschmeidig, imprägniert das Holz von innen und senkt das Quell- und Schwindverhalten spürbar. Um Hirnrisse zu reduzieren, sollten die Stirnkanten der Dielen direkt bei der Montage mit speziellem Hirnholzwachs versiegelt werden.
